Nachbarschaftshilfe erklärt ihr System und das „Punkte-Konto“

„Auf freiwilliger Basis“

Nachbarschaftshilfe erklärt ihr System und das „Punkte-Konto“

Butzbach (pm). In den letzten Jahren hat sich die Nachbarschaftshilfe Butzbach über einen stetigen Mitgliederzuwachs gefreut, wie sie in einer Pressemitteilung berichtet. Außerdem geht sie darauf ein, was Nachbarschaftshilfe leistet und leisten kann. Aktive Mitglieder bringen ehrenamtlich Hilfeleistungen ein und werden dafür mit Punkten belohnt, die sie später bei Bedarf einlösen können, wenn sie selbst einmal Hilfe benötigen. Ist das ‚Punkte-Konto‘ aufgebraucht, erhält man trotzdem – gegen einen geringen Geldbetrag – weitere Hilfe.
Festzustellen sei allerdings, dass immer mehr Neumitglieder in bereits fortgeschrittenen Alter ihre passive Mitgliedschaft erklären würden, um die Hilfsdienste der Nachbarschaftshilfe zu nutzen. Sorge bereitet dabei ein wenig, dass die vielen Anfragen auf Hilfe von den jetzigen aktiven Mitgliedern, die dann diese Hilfen leisten, nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet werden könnten und Anfragen auf Hilfeleistungen gegebenenfalls negativ beschieden werden müssten. Ein Rechtsanspruch auf Hilfeleistung bestehe ohnehin nicht, aber das 14-köpfige ehrenamtliche Büroteam der Nachbarschaftshilfe sei stets bemüht, einen Helfer für den jeweiligen Hilfsdienst zu finden.

Aktive Mitglieder gesucht

Alle Helfer und Helferinnen sind ehrenamtlich tätig, auch private Angelegenheiten der Helfer seien dabei zu berücksichtigen. „Es ist und bleibt auf freiwilliger Basis.“, teilt die Nachbarschaftshilfe mit. Dies sei im einen oder anderen Fall zu betonen, z.B. wenn ein passives Mitglied ohne jemals aktiv im Einsatz für die Nachbarschaftshilfe gewesen zu sein (und daher nach dem Punktesystem auch keine Punkte für vergangene Hilfsdienste auf seinem ‚Punkte-Konto’ angesammelt hat, die bei eigenem Bedarf dann eingesetzt werden können), jedoch nach Eintritt als passives Mitglied in die Nachbarschaftshilfe gegen einen geringen Obolus Hilfsdienste in Anspruch nehmen möchte.
Zunächst sei das möglich – vorausgesetzt, dass sich ein aktives Mitglied als Helfer finde. Die Problematik besteht nur darin, dass, wenn ein Ungleichgewicht zwischen den aktiven und passiven Mitgliedern in Zukunft zu erwarten sei, das ganze System der eigentlich unentgeltlichen gegenseitigen Nachbarschaftshilfe zusammenbreche und dazu führen könnte, dass für einen gewissen Zeitraum keine passiven Mitglieder mehr aufgenommen werden könnten – bis dieses Gleichgewicht wieder hergestellt sei.
Dabei ist ganz wichtig anzumerken, dass die aktiven Mitglieder – die in der Vergangenheit jahrelang viele ehrenamtliche Hilfsdienste verrichtet und viele Punkte auf ihrem ‚Punkte-Konto’ angesammelt haben – jetzt in fortgeschrittenen Alter vielleicht selbst die eine oder andere Hilfe in Anspruch nehmen wöllten, zu schützen seien. Auch bestehe immer wieder die falsche Vorstellung, dass auf ehrenamtlicher Basis, die Nachbarschaftshilfe In der Lage sei, für alles Mögliche gleichzeitig aktive Mitglieder als Helfer zeitlich in Anspruch zu nehmen, und das gegen einen geringen Obolus und zeitlich unbegrenzt.
Die ehrenamtlichen Helfer/innen stünden im Durchschnitt wöchentlich zwei Stunden für die vielen unterschiedlichen Hilfsangebote zur Verfügung. „Beim Begriff ‚Nachbarschaftshilfe‘ geht es immer um die Frage ‚was würde ich für meinen Nachbarn/Nachbarin tun, wenn er akute Hilfe benötigt? z.B. im Krankheitsfall“, so die Nachbarschaftshilfe. Auch dabei geht es nicht um dauerhafte oder gleichzeitige Hilfeleistungen. Wenn z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt die eine oder andere Hilfe benötigt werde, sei das Büro-Team bemüht, diese zu organisieren: Dann werde auch mal der Rasen gemäht, gebügelt, Gardinen aufgehängt, die Schublade, die klemmt, repariert. Jedoch wird kein ganzes Haus gestrichen, keine Putzhilfe für einen geringen Obolus vermittelt, keine ganzen Umzüge mit schweren Möbeln durchgeführt. „All dies müssen wir, ebenso wie Hilfeleistungen im Pflegefall, den ortsansässigen Dienstleistern überlassen“, teilt die Nachbarschaftshilfe mit.
Mit ihren Ausführungen möchte die Nachbarschaftshilfe ausdrücken, wie wichtig es sei, dass sie neue aktive Mitglieder für maximal 2 Stunden wöchentlich – und das vielleicht auch nicht jede Woche – und mit einem Mitgliedsjahresbeitrag von 10 Euro pro Jahr unterstützen. Dabei kann aus einem umfangreichen Hilfsangebot das ausgewählt werden, zu dem man sich selbst am besten geeignet fühle. Das Büroteam ist auch dabei behilflich und berate bei Fragen.

(c) by Butzbacher Zeitung, 4. August 2025